Ein Jahrzehnt vergangen. Ein Jahrzehnt voller Versagen. Ich hätte mir damals 2009 einfach gehofft, irgendwie, durch Zauberhand, dass 10 Jahre sich alles geklärt hat und es mir gut geht. Hätte ich gewusst, dass die schlimmste Zeit mir noch bevorsteht. Vor allem die letzten drei Jahre waren unfassbar hart und ich hätte nicht geschafft das ich diese Zeit überlebe. Ich bin am Ende meiner Kräfte angelangt. Vor allem diesem Sommer ging es mir so unfassbar schlecht. Ich habe mich einfach aufgeben. Aber ich lebe noch. Und wenn ich sehe wer ich vor 10 Jahren war. Es ein Unterschied da, ein signifikanter. Ich bin an all diesen Dingen gewachsen, stärker geworden. Habe dieses Jahr endlich Grenzen gesetzt und Kontakte abgebrochen. Ich habe Dynamiken hinterfragt und die nötigen Schritte eingeleitet um diese zu unterbinden. Zu leben ist hart. Und das leben zu meistern ist noch harter. Ich lerne es irgendwie nur auf die harte Tour. Und schaue eifersüchtig auf all die Leute, die ohne harte Arbeit alles im Leben bekommen haben. Nur weil sie Familie haben. Nur weil sie Glück haben. Aber ich habe es gelernt zu akzeptieren, lerne es immer noch. Und vielleicht bin ich auch dankbar für diesen Weg. Ich bin endlich ich, ich spreche meine Wahrheit, lebe sie und werde vielleicht irgendwann Geld damit verdienen. Ich habe kein Ahnung von der Zukunft aber dieses Jahr zum ersten Mal ein Gefühl bekommen, was meine Aufgabe ist und wozu ich das alles durchgemacht habe und immer noch durchmache. Man hat mir schon als Kind gesagt und gezeigt das ich falsch bin. Ich habe mich angepasst, verstellt, mich in eine Schublade gepresst und bin dadurch schwer erkrankt. Die letzten vier Jahren meine Aufgabe mich aus dieser Schublade und den gesellschaftlichen Erwartungen zu befreien. Ich bin so hart in dieser Zeit auf die Fresse gefallen und habe mir so schlimm die Knie aufgeschlagen, weil ich mir nicht zu 100 Prozent vertraut habe. Ende 2018 war so schlimm. Mir anzuhören ich sei asozial und nerve nur und das von einer Schule, die mir eine Ausbildung angeboten hat. Das anzuhören, obwohl ich mir das seit meiner Geburt anhören darf. Aber nun gut. Sich umzubringen ist auch nicht so einfach wie im Film.
Offiziell bin ich eine Versagerin. Ein Jahr lang nach einem Job gesucht und nichts gefunden. Ich kann von 820 Netto nicht mein Lebensunterhalt bestreiten und zwei Jobs wenn man schon im ersten Job im Schichtdienst, am We und Nachts arbeitet? Ja, dass schaffen leute aber ich bin am Ende meiner Kräfte und das darf ich nach fast 15 Jahren auch sein. Ich habe so lange gekämpft ohne Drogen, Alk, Straften, Suizid/versuche, mich immer zusammengerissen. Ich darf jetzt auch mal sagen, dass ich nicht mehr kann, nach über 10 Jahren Wohnungslosigkeit, über 10 Jahre psychischer, physischer und sexueller, Gewalt- und Morddrohungen. Ich wünsche nur das das alles anders gekommen wäre.
Das einzig positive zu berichten ist, dass ich eine Uni gefunden habe, den richtigen Studiengang, einen finanziellen Weg gefunden habe und das Studium begonnen habe. Wenn ich dieses Jahr früher einen Job gefunden hätte, wäre ich an der falschen uni gelandet, den falschen Studiengang und finanziell massive Schwierigkeiten gehabt. Ich wünschte mir nur, dass ich das alles schon vor einem Jahr gefunden hätte. Wieder ein Jahr rum und nichts erreich. Ich wünschte, ich hätte die Uni schon vor zwei Jahren gefunden, drei. So viele Schmerzen wären mir erspart geblieben und ich wäre keine Versagerin mehr. Aber das ist halt so. Ich bin zu dumm zum leben und ich kriege es nicht in Griff. Oder warum bemühe ich mich und mache 10 Weiterbildungen im soz. Bereich und kriege den Job im soz. Bereich nicht und jemand anders bewirbt sich ohne jegliche Qualifikation und bekommt ihn sofort?
Ich habe so viele Schmerzen in den letzten 10, 15 Jahren erlebt. Chronisch sind sie geworden. Wie viele gute Tage, Monate hatte ich in den letzten 10 Jahren? Vielleicht in halbes Jahr, vielleicht 9 Monate. Ich bin froh, dass es 2020 wird, wenn ich den Abschluss habe, vielleicht bekomme ich das Leben dann endlich hin. Aber wenn nicht. Ich habe Angst. Stehe ständig vor dem heulen und dann vor dem Lachen. Es war furchtbar die letzten 10 Jahren. Kein Tag hat mir gezeigt, warum ich leben soll. Und ich kann nicht mehr. Ich habe so Angst vor 2020. Ich wünschte nur, dass ich etwas berichten könnte außer: Ich habe Erfahrungen gesammelt. Grow through what you go through.
Und: Ich habe überlebt. Ich denke, dass ist sehr sehr viel. Das ich noch lebe. Das ich es geschafft habe zu überleben.
Und nach wie vor glaube ich daran, dass alles einen Sinn hat und alles so passiert ist, wie vorbestimmt.
Nothing has gone wrong.

https://www.youtube.com/watch?v=tyANFcnrM8I
31.12.19 12:22


 [eine Seite weiter]

Gratis bloggen bei
myblog.de

too infinity and beyond.